Daniela Blümel gewinnt Design Award

Unter dem Motto "Jungstars im Design" hat die österreichische Faltschachtelindustrie über die Vereinigung PPV AUSTRIA zu Anfang des Jahres den Design Award von Pro Carton Austria übernommen - aus Überzeugung für den erfolgreichen Wettbewerb und gemeinsam mit dem langjährigen Partner Design Austria.

Der Design Award hat in Österreich bereits Tradition. Er wurde vor zehn Jahren ins Leben gerufen, um junges Design aus Karton zu fördern und dem Einsatz von Karton neue Impulse zu geben. Der Wettbewerb wird von zahlreichen Ausbildungsstätten unterstützt und hat in den bisherigen Durchgängen eine breite Palette überzeugender Gestaltungsideen hervorgebracht, die dem Einsatz von Karton und Faltschachtel neue Perspektiven eröffnen.

Die Jury des PPV AUSTRIA Design Award der österreichischen Faltschachtelindustrie repräsentierte wie immer alle Bereiche der Supply Chain und konnte daher unter verschiedensten Blickwinkeln urteilen: für die Faltschachtelindustrie Mag. Martin Widermann, Geschäftsführer PPV AUSTRIA, für den Handel Mag. Martina Hörmer, Geschäftsführerin Eigenmarken, REWE Austria, aus der Sicht der Markenartikelindustrie Martin Luh, European Procurement Category Manager, Nestlé, der Bereich Design schließlich wurde abgedeckt durch Clemens Heider, Heider.Klausner Corporate Design, und DI Michael Schultes, Experimonde. KR Mag. Georg Dieter Fischer, Obmann PPV AUSTRIA, und Clemens Heider, Design Austria, repräsentierten die Veranstalter.
Die Jury bewertete nicht nur Idee und Substanz einer Einreichung, sondern lotete auch das Potenzial aus: Viele Projekten lösten eine spontane Diskussion aus über weitere Entwicklungs- und neue Einsatzmöglichkeiten oder Anwendungen. Diese Ideen sind in die Jury-Kommentare eingeflossen.
Studenten von fünf Ausbildungsstätten in drei österreichischen Städten (Wien, Graz und Salzburg) haben heuer teilgenommen, insgesamt gab es 48 Einsendungen. Bewertet wurde in zwei Kategorien: Verpackung (32 Einreichungen) und andere Anwendungen aus Karton (16 Einreichungen). Pro Kategorie wurden ein Preis und zwei Nominierungen vergeben.

Preisträger und Nominierte

Kategorie Verpackung

Preisträger
Daniela Blümel, Werbedesignakademie Salzburg: Spaghetti-Schachtel "razionetti"
Formschöne Spaghetti-Verpackung mit einer drehbaren Scheibe im Deckel, durch den der Inhalt leicht portioniert werden kann.
Kommentar der Jury: An diesem Entwurf beeindruckte vor allem der Zusatznutzen der Dosierung der Spaghetti. Die Lösung ist komplex und originell und erweiterbar auch über Spaghetti hinaus auf andere Produkte. Jeder kennt das Problem, aber neu ist, dass es mithilfe der Verpackung gelöst wird. Bei alldem besticht das Konzept noch durch seine besondere Eleganz.
Daniela Blümel: "Bisher habe ich nur grafisch gearbeitet. Die Arbeit für den Award hat mir total gefallen, das war endlich einmal ganz etwas anderes, eine neue Herausforderung, dreidimensional zu gestalten."

Nominierungen

Julia Hacker, Die Graphische Wien: Verpackung eventuell für Kondome "Broken Heart"

Herzförmige Schachtel, die zerrissen werden muss, um an den Inhalt zu gelangen

Kommentar der Jury: Eine Verpackung, die vor Gebrauch zerrissen werden muss, inspirierte die Designerin zu der Idee des zerrissenen Herzens als Kondomverpackung - zum Beispiel als kirchliche Aussendung mit der Botschaft "Kein Sex vor der Ehe". Diese Faltschachtel ist nicht bloß eine Verpackung, sie erzählt eine ganze Geschichte. Allerdings müsste die Botschaft positiver formuliert werden, nicht im Sinne eines gebrochenen Herzens, sondern eines erfolgreichen "Herzensbrechers".
Julia Hacker: "Der Award ist leiwand, interessant, und gut für den Job. Ich habe mir vorher Designs von früheren Awards angeschaut - das hat mich enorm motiviert."

Katja Hasenöhrl, Die Graphische Wien: Verpackung für Armbanduhren "Coocoo - Kuckucksuhr"

Kuckucksuhr zum Selbstbemalen als Werbe-Verpackung für eine Swatch-Armbanduhr

Kommentar der Jury: Kreativ und individuell gestaltbar fand die Jury die Kuckucksuhr aus Karton: Sie passt perfekt zum Produkt Swatch, denn auch die Kuckucksuhr kommt ursprünglich aus der Schweiz. Man kann mit ihr zum Beispiel die Uhr aufbewahren und findet sie dann garantiert wieder. Hier tritt die Verpackung in einen witzigen Wettbewerb mit dem Produkt und macht so mehr daraus.
Katja Hasenöhrl: "Der Design Award ist eine Superchance, die muss man nutzen!"

Kategorie Andere Anwendungen

Preisträger
Elisabeth Danzer, Die Graphische Wien: Schaufel und Verpackung für Hundekot "KaKarton"

Schaufeltasche in verschiedenen Größen als umweltfreundliche Alternative zum "Gackerl-Sackerl"

Kommentar der Jury: Ein Konzept, das ein echtes Problem löst, reduziert auf das Wesentliche, ohne überflüssiges Beiwerk und sparsam im Materialeinsatz. Ihr Einsatz ließe sich noch weiter entwickeln: Bevor sie die "Hundstrümmerln" entsorgt, könnte sie als Hundefutterverpackung für Hunde- Leckerlis dienen, gewissermaßen als "Supply Chain"-Konzept für den Hund. Eine exzellente Alternative zum Plastiksackerl, die durch die Schaufelseite das Handling erleichtert.
Elisabeth Danzer: "Ich kenne das Problem aus eigener Anschauung, weil eine Freundin einen Hund bekommen hat und das Hantieren mit dem Sackerl grauslich ist, ich hab's selbst probiert, das Angreifen ist schrecklich, auch durch das Sackerl durch. Ich hab mich richtig reingehängt, denn das Problem gehört gelöst! So war die Motivation war sehr groß, einen Weg zu finden. Bis es so weit war, habe ich ca. 40 Dummies ausprobiert!"

Nominierungen

Ramona Waldner, Werbedesignakademie Salzburg: Bilderrahmen "frame"

Einfach zusammensteckbarer, formschöner Wechsel-Bilderrahmen

Kommentar der Jury: Ebenfalls ein Problem, das jeder kennt: die vielen Fotos, die irgendwo landen. Dafür bietet diese Idee eine kostengünstige Lösung, mit der sich rasch und ohne viel Aufwand eine repräsentative Galerie zusammenstellen ließe, wobei die Bilder auch leicht wieder zu wechseln sind. Ideal für eine jugendliche Zielgruppe. Am besten, so meint die Jury, wäre eine Lösung gleich für mehrere Bilder.
Ramona Waldner: "Eine spannende Erfahrung - dieser Wettbewerb hat mich angeregt, mir ernsthaft zu überlegen, ob ich in den Bereich Verpackungsdesign gehe."

Sabine Wessig, Werbeakademie Wien: Verpackung für kugelförmige Objekte "Ball-Transporter", mit Haken und Standfuß
Trage- und Aufbewahrungskarton für kugelförmige Objekte, von der Melone bis zum Ball
Kommentar der Jury: An dieser Anwendung beeindruckten sowohl Eleganz als auch Elastizität, wobei der Kopfteil mit dem Haken noch etwas stilvoller gestaltet werden könnte. Ein Beweis, dass Karton bei entsprechender Konzeption auch eine "runde Sache" sein kann. Optisch sehr gelungen ist auch der Wechsel zwischen Dichtigkeit und Transparenz.
Sabine Wessig: "Mir hat die Sache zunehmend Spaß gemacht. Es war toll, die Grenzen auszuprobieren, zu schauen, was geht, was man mit Karton alles machen kann."