Unter dem Motto "Jungstars im Design" hat die österreichische
Faltschachtelindustrie über die Vereinigung PPV AUSTRIA zu Anfang
des Jahres den Design Award von Pro Carton Austria übernommen - aus
Überzeugung für den erfolgreichen Wettbewerb und gemeinsam mit dem
langjährigen Partner Design Austria.
Der Design Award hat in Österreich bereits Tradition. Er wurde
vor zehn Jahren ins Leben gerufen, um junges Design aus Karton zu
fördern und dem Einsatz von Karton neue Impulse zu geben. Der
Wettbewerb wird von zahlreichen Ausbildungsstätten unterstützt und
hat in den bisherigen Durchgängen eine breite Palette überzeugender
Gestaltungsideen hervorgebracht, die dem Einsatz von Karton und
Faltschachtel neue Perspektiven eröffnen.
Die Jury des PPV AUSTRIA Design Award der österreichischen
Faltschachtelindustrie repräsentierte wie immer alle Bereiche der
Supply Chain und konnte daher unter verschiedensten Blickwinkeln
urteilen: für die Faltschachtelindustrie Mag. Martin Widermann,
Geschäftsführer PPV AUSTRIA, für den Handel Mag. Martina Hörmer,
Geschäftsführerin Eigenmarken, REWE Austria, aus der Sicht der
Markenartikelindustrie Martin Luh, European Procurement Category
Manager, Nestlé, der Bereich Design schließlich wurde abgedeckt
durch Clemens Heider, Heider.Klausner Corporate Design, und DI
Michael Schultes, Experimonde. KR Mag. Georg Dieter Fischer,
Obmann PPV AUSTRIA, und Clemens Heider, Design Austria,
repräsentierten die Veranstalter.
Die Jury bewertete nicht nur Idee und Substanz einer Einreichung,
sondern lotete auch das Potenzial aus: Viele Projekten lösten eine
spontane Diskussion aus über weitere Entwicklungs- und neue
Einsatzmöglichkeiten oder Anwendungen. Diese Ideen sind in die
Jury-Kommentare eingeflossen.
Studenten von fünf Ausbildungsstätten in drei österreichischen
Städten (Wien, Graz und Salzburg) haben heuer teilgenommen,
insgesamt gab es 48 Einsendungen. Bewertet wurde in zwei
Kategorien: Verpackung (32 Einreichungen) und andere Anwendungen
aus Karton (16 Einreichungen). Pro Kategorie wurden ein Preis und
zwei Nominierungen vergeben.
Preisträger und Nominierte
Kategorie Verpackung
Preisträger
Daniela
Blümel, Werbedesignakademie Salzburg: Spaghetti-Schachtel
"razionetti"
Formschöne Spaghetti-Verpackung mit einer drehbaren Scheibe im
Deckel, durch den der Inhalt leicht portioniert werden kann.
Kommentar der Jury: An diesem Entwurf beeindruckte vor allem der
Zusatznutzen der Dosierung der Spaghetti. Die Lösung ist komplex
und originell und erweiterbar auch über Spaghetti hinaus auf andere
Produkte. Jeder kennt das Problem, aber neu ist, dass es mithilfe
der Verpackung gelöst wird. Bei alldem besticht das Konzept noch
durch seine besondere Eleganz.
Daniela Blümel: "Bisher habe ich nur grafisch gearbeitet. Die
Arbeit für den Award hat mir total gefallen, das war endlich einmal
ganz etwas anderes, eine neue Herausforderung, dreidimensional zu
gestalten."
Nominierungen
Julia Hacker, Die Graphische Wien: Verpackung
eventuell für Kondome "Broken Heart"
Herzförmige Schachtel, die zerrissen werden muss, um an den
Inhalt zu gelangen
Kommentar der Jury: Eine Verpackung, die vor Gebrauch zerrissen
werden muss, inspirierte die Designerin zu der Idee des zerrissenen
Herzens als Kondomverpackung - zum Beispiel als kirchliche
Aussendung mit der Botschaft "Kein Sex vor der Ehe". Diese
Faltschachtel ist nicht bloß eine Verpackung, sie erzählt eine
ganze Geschichte. Allerdings müsste die Botschaft positiver
formuliert werden, nicht im Sinne eines gebrochenen Herzens,
sondern eines erfolgreichen "Herzensbrechers".
Julia Hacker: "Der Award ist leiwand, interessant, und gut für den
Job. Ich habe mir vorher Designs von früheren Awards angeschaut -
das hat mich enorm motiviert."
Katja Hasenöhrl, Die Graphische Wien: Verpackung
für Armbanduhren "Coocoo - Kuckucksuhr"
Kuckucksuhr zum Selbstbemalen als Werbe-Verpackung für eine
Swatch-Armbanduhr
Kommentar der Jury: Kreativ und individuell gestaltbar fand die
Jury die Kuckucksuhr aus Karton: Sie passt perfekt zum Produkt
Swatch, denn auch die Kuckucksuhr kommt ursprünglich aus der
Schweiz. Man kann mit ihr zum Beispiel die Uhr aufbewahren und
findet sie dann garantiert wieder. Hier tritt die Verpackung in
einen witzigen Wettbewerb mit dem Produkt und macht so mehr
daraus.
Katja Hasenöhrl: "Der Design Award ist eine Superchance, die muss
man nutzen!"
Kategorie Andere Anwendungen
Preisträger
Elisabeth Danzer, Die Graphische Wien: Schaufel und
Verpackung für Hundekot "KaKarton"
Schaufeltasche in verschiedenen Größen als umweltfreundliche
Alternative zum "Gackerl-Sackerl"
Kommentar der Jury: Ein Konzept, das ein echtes Problem löst,
reduziert auf das Wesentliche, ohne überflüssiges Beiwerk und
sparsam im Materialeinsatz. Ihr Einsatz ließe sich noch weiter
entwickeln: Bevor sie die "Hundstrümmerln" entsorgt, könnte sie als
Hundefutterverpackung für Hunde- Leckerlis dienen, gewissermaßen
als "Supply Chain"-Konzept für den Hund. Eine exzellente
Alternative zum Plastiksackerl, die durch die Schaufelseite das
Handling erleichtert.
Elisabeth Danzer: "Ich kenne das Problem aus eigener Anschauung,
weil eine Freundin einen Hund bekommen hat und das Hantieren mit
dem Sackerl grauslich ist, ich hab's selbst probiert, das Angreifen
ist schrecklich, auch durch das Sackerl durch. Ich hab mich richtig
reingehängt, denn das Problem gehört gelöst! So war die Motivation
war sehr groß, einen Weg zu finden. Bis es so weit war, habe ich
ca. 40 Dummies ausprobiert!"
Nominierungen
Ramona
Waldner, Werbedesignakademie Salzburg: Bilderrahmen
"frame"
Einfach zusammensteckbarer, formschöner
Wechsel-Bilderrahmen
Kommentar der Jury: Ebenfalls ein Problem, das jeder kennt: die
vielen Fotos, die irgendwo landen. Dafür bietet diese Idee eine
kostengünstige Lösung, mit der sich rasch und ohne viel Aufwand
eine repräsentative Galerie zusammenstellen ließe, wobei die Bilder
auch leicht wieder zu wechseln sind. Ideal für eine jugendliche
Zielgruppe. Am besten, so meint die Jury, wäre eine Lösung gleich
für mehrere Bilder.
Ramona Waldner: "Eine spannende Erfahrung - dieser Wettbewerb hat
mich angeregt, mir ernsthaft zu überlegen, ob ich in den Bereich
Verpackungsdesign gehe."
Sabine Wessig, Werbeakademie Wien: Verpackung für
kugelförmige Objekte "Ball-Transporter", mit Haken und
Standfuß
Trage- und Aufbewahrungskarton für kugelförmige Objekte, von
der Melone bis zum Ball
Kommentar der Jury: An dieser Anwendung beeindruckten sowohl
Eleganz als auch Elastizität, wobei der Kopfteil mit dem Haken noch
etwas stilvoller gestaltet werden könnte. Ein Beweis, dass Karton
bei entsprechender Konzeption auch eine "runde Sache" sein kann.
Optisch sehr gelungen ist auch der Wechsel zwischen Dichtigkeit und
Transparenz.
Sabine Wessig: "Mir hat die Sache zunehmend Spaß gemacht. Es war
toll, die Grenzen auszuprobieren, zu schauen, was geht, was man mit
Karton alles machen kann."